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08.07.2022 Allgemein

Die neue Or­ga­ni­sa­ti­on un­se­rer Ge­sund­heit

Franz Baumann bei der Ärztin

Die Situation der ärztlichen Versorgung in Perg ist keine einfache.

Für neue Bürger:innen wird es zunehmend schwieriger, hausärztliche Betreuung zu finden. Auch bei den Fachärzten wird die Versorgung der Anzahl der Einwohner:innen vielfach nicht gerecht.

 

Von Jänner 2000 bis Februar 2013 wurde das LKH Enns ausschleichend gesperrt – den Perger:innen wurde allerhöchst adäquater lokaler Ersatz versprochen – bis die Wahlen wieder vorbei waren.

Wie von verantwortungsvollen Praktikern schon vor über 10 Jahren aufgrund der errechneten, jetzt kulminierenden Pensionierungswelle unserer Hausärzte vorausgesagt, sind aktuell drei von fünf Hausarztpraxen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) verwaist.

 

Das Gesundheitswesen hat sich in den letzten Jahren gründlich verändert: Ärzt:innen wollen nicht mehr bis zum Umfallen rund um die Uhr im eigenen Wohnhaus mit integrierter Praxis zur Verfügung stehen – ‚work-life-balance‘ (die Ausgewogenheit unserer Arbeits-, und Lebenszeit-Bilanz) steht wohl nicht nur Handwerkern oder Landwirten zu, gerade der Gesundheitsbereich muss hier verantwortungsvoll vorangehen!

Kurz: die alte Arzt- und Familienhaus-Idee ist passé – auch hier werden Beruf & Pflicht von Freizeit & Familie getrennt gelebt.

 

Nun hat der Bundesminister für Gesundheit vom ‚Resilienzfonds‘ der EU € 200 Mio ergattert. Das auf seine verfassungsrechtlichen Gesundheitskompetenzen nachhaltig pochende Land OÖ hält sich aber noch merklich zurück. Der fehlende Ausbau muss also nun von – eigentlich nicht zuständigen – Gemeinden übernommen werden, um die Versorgung gewährleisten zu können.

 

Vor der ÖGK müssen sich mindestens drei Allgemein-Mediziner:innen zur Gründung einer Gemeinschaftspraxis bereit erklären. Dem Vernehmen nach scheint das in Perg schon wahrscheinlich zu sein – zusätzlich könnte eine Kinderärztin dazustoßen. Gesundheits- und Krankenpfleger:innen unterstützen diesen inneren Kern; die Ärzt:innen könnten also auch in Teilzeit tätig werden.

 

Darüber hinaus werden Ordinationsassistent:innen beschäftigt, sowie Fachkräfte aus dem Bereich Psychotherapie, Physiotherapie, Logopädie, Diätologie, Sozialarbeit, etc. Das Gesamtpaket kann abgerundet werden durch eine gute Organisierung mit gemeinsamer Datenbank, fließenden Vertretungen im Krankheits- und Urlaubsfall und erweiterten Öffnungszeiten zB von 7 bis 19 Uhr – was insbesondere Berufstätigen entgegenkommt.

 

Immerhin werden Investitionen von bis zu € 3,2 Mio mit bis zu 50% gefördert – damit ließe sich schon einiges bewerkstelligen: derzeit dürften ebenfalls bis zu drei Investoren daran Interesse zeigen, wobei noch zu klären ist, ob Private die o. a. Förderung lukrieren können, oder ob dies nur durch die öffentliche Hand möglich ist.

Noch bis Juli sollen durch die Ärztekammer OÖ wenigstens zwei Posten für Allgemeinmediziner:innen ausgeschrieben werden (eine sechste Stelle soll noch geschaffen werden).

 

Wir haben jedenfalls den sofortigen Start der Planung vorgeschlagen und werden Sie auf dem Laufenden halten.

Franz Baumann
Franz Baumann

Stadtrat

Fraktionsobmann

[email protected]
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