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20.06.2022 Allgemein

@ die Erde -> Jen­seits der Be­las­tungs­gren­zen.

Blumenwiese

Folge 2 - Intaktheit der Biosphäre (Biodiversität, Funktion von Ökosystemen)

Die Biosphäre bezeichnet den Lebensraum aller Menschen, Tiere und Pflanzen – also unsere Lebensgrundlage. Sie funktioniert in Kreisläufen, eins greift ins andere. Es gibt zwei Funktionskreisläufe die entscheidend sind:

 

1. Die Funktion von Ökosystemen 

Sie bieten für uns lebenswichtige Leistungen, z.B.: die Bereitstellung von fruchtbaren Böden, atembare Luft, Trinkwasserreservoirs oder die Bestäubungsleistung von Insekten. Alles wirtschaftliche Handeln basiert letztlich auf Leistungen der Natur. Nur wenn diese in ausreichender Menge erbracht werden, können wir auf der Erde leben. Diese Leistungen können nicht oder nur unter extremem Aufwand technisch ersetzt werden. Sie sind ein Geschenk der Erde, jedoch einmal weggeworfen unwiederbringlich verloren. 

In jedem Ökosystem gibt es Indikatorspezies, die die Intaktheit der lokalen Natur anzeigen. Beispiel: Die Artenzahl und Verteilung von Flechten zeigen die allgemeine Belastung des Ökosystems. Pflanzen bzw. Pflanzengesellschaften zeigen die Bodenqualität (Stickstoffgehalt, pH-Wert, Wasserversorgung,…) an. Brennessel und Giersch deuten auf einen stickstoffreichen Boden, Gänseblümchen auf einen stickstoffarmen Boden, Vogelmiere und Franzosenkraut auf einen nährstoffreichen Boden und Breitwegerich auf einen verdichteten Boden hin. Zeigerarten für die Charakterisierung von Gewässern sind zum Beispiel Libellen, da sie komplexe Ansprüche an die Vegetation ihres Lebensraumes stellen. 

 

2. Die genetische Vielfalt. 

Im historischen Vergleich ist die genetische Vielfalt bei Nahrungsmitteln und Nutztieren bereits eingeschränkt (weil nur wenige Sorten oder Rassen gehalten werden). Kommt nun eine Gefährdung, sind sie eher alle davon betroffen, da die meisten Vertreter dieser Art zwar keine schlechte, aber alle die gleiche Anpassung an Lebensraum, Krankheiten und Ernährung und daher ein gleich ausgerichtetes Immunsystem haben. Das gilt auch für wildlebende Tiere und Pflanzen. Sie stehen unter einem hohen Druck, da wir durch Überfischung und Überjagung von Tierarten (bis hin zu ihrer Ausrottung) und die Zerstörung von Lebensräumen ihre natürlichen Erhaltunsgrenzen überschreiten bzw. überschritten haben.

 

Sie spielen eine große Rolle – und ihr Fehlen hat massive Auswirkungen auf das jeweilige Ökosystem. 

 

Die Intaktheit der Biosphäre ist wie der Klimawandel eine Schüsselgrenze. Wird sie überschritten, kippt das ganze System. Unser aller Überleben ist damit gefährdet.

 

Was können wir als Einzelne tun, um dem entgegen zu wirken? 

 

Grundlegend ist die Beobachtung der Naturkreisläufe in unserer Umgebung und das Weitergeben dieses Wissens, damit es auch den kommenden Generationen nicht verloren geht. Nur wenn wir wissen, was auf dem Spiel steht, können wir achtsam handeln. Sorgsamer Umgang mit Lebensmitteln, nachhaltiger Konsum von z.B. vorrangig biologischen und regionalen Lebensmitteln während man sich bei allem überlegt „Brauche ich das wirklich?“. Als Landwirte oder SelbstversorgerInnen im eigenen Garten können wir vielfältig und unter Einbeziehung von alten Gemüsesorten das Land bestellen. Auch die Insekten, Tiere und Wildpflanzen freuen sich über jede naturbelassene Ecke – sei es nur am Fensterbrett,  Balkon oder ein kleines Stück naturbelassene Wiese oder Hecke.

Pamela Hölzl
Pamela Hölzl

Gemeinderätin

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