Leerstehende Wohnungen in OÖ – Grüne wollen Zahlen sehen

Leerstehende Wohnungen in OÖ – Grüne wollen Zahlen sehen

Schriftliche Anfrage zum Wohnungs-Leerstand soll fundierte Entscheidungsgrundlagen liefern – Grüne fordern Maßnahmen zur Senkung des Wohnungs-Leerstands in OÖ

„Alle Menschen, auch mit kleinen oder mittleren Einkommen, sollen bezahlbar gut wohnen können. Trotz reger Bautätigkeit in Österreich und OÖ liegen seit vielen Jahren die Steigerungsraten für durchschnittliche Wohnungsmieten, als auch für Wohnungseigentumspreise in Zuzugsgebieten deutlich über der jährlichen Inflationsrate. Viele Menschen geben einen immer größeren Anteil ihres Einkommens für ihre Wohnung aus, viele können sich ihre Mieten nicht mehr leisten, vom Kaufen ganz zu Schweigen“, erklären die Grünen Abgeordneten Vukajlovic und Hemetsberger.

Ein Grund für die Wohnungspreissteigerungen ist der Leerstand am Wohnungsmarkt, der teilweise beträchtlich ist. Für OÖ wird auf Basis von Erhebungen in anderen Bundesländern ein Anteil von rund 4% an tatsächlich leerstehenden Wohnungen geschätzt. Das wären bei aktuell 775.000 Wohnungen laut dem Gebäude- und Wohnungsregister der Statistik Austria grob geschätzt rund 30.000 leerstehende Wohnungen in OÖ. Genaue, verlässliche Daten für OÖ fehlen aber.

Deshalb haben die Grünen Abgeordneten diese Woche eine schriftliche Anfrage an die Oö. Landesregierung eingebracht, um präzisere Infos darüber zu erhalten, wie viel Wohnungs(Wohnraum-)-Leerstand es in OÖ auf Basis verschiedener Datenquellen tatsächlich gibt und welche Programme zur Leerstandsnutzung bestehen oder geplant sind.

„Wir wollen wissen, wie groß das Problem Leerstand wirklich ist. Unsere These: groß und größer werdend, weil Bodenverbrauch und Bauboom in keinem Verhältnis zum Bevölkerungswachstum stehen. Dem müssen wir aktiv entgegenwirken, auch, um leistbares Wohnen sicherzustellen“ so Ines Vukajlović, Wohnbausprecherin der Grünen OÖ.

Laut aktuellem Bericht der Österreichischen Nationalbank besteht eine zunehmend hohe Nachfrage nach Wohnungen zu Nicht-Wohnzwecken bzw. reinen Anlagezwecken. „Die Wohnungen werden als Betonsparbücher zweckentfremdet, MieterInnen werden als Belastung für die Anlage begriffen. Darauf deutet auch der Umstand hin, dass in OÖ im letzten Jahrzehnt die Bevölkerung um rund 6% gewachsen ist, während die Anzahl an Wohnungen um knapp 11% gestiegen ist“, zeigt Vukajlović die Fakten auf.

Durch Wohnungs-Leerstand wird einerseits das Wohnungsangebot verknappt und in Zuzugsregionen die Leistbarkeit von Wohnen gefährdet, andererseits kommt es zu sinnloser Bodenversiegelung und Ressourcenverschwendung. Dieser Entwicklung wollen die Grünen mit ihrer Anfrage auf den Grund gehen.

„In den Tourismusregionen kommt dann noch die Problematik der Zweitwohnsitze dazu, die ebenfalls massiv auf die Boden- und Immobilienpreise wirken. Folgeerscheinungen wie verarmende Zentren und ausgedünnte Strukturen verschärfen das Problem zusätzlich“, weiß der Grüne Bürgermeister von Attersee Rudi Hemetsberger aus der Praxis zu berichten.

„Jedenfalls müssen wir der Leerstands-Entwicklung einen Riegel vorschieben. Und wir brauchen bessere Maßnahmen, um bestehende Leerstände zu mobilisieren“, so Rudi Hemetsberger, grüner Landtagsabgeordneter und Bürgermeister von Attersee.

Teilen...