Femizid in Weißenkirchen: Stoppen wir endlich diese unerträgliche Serie an Frauenmorden

Femizid in Weißenkirchen: Stoppen wir endlich diese unerträgliche Serie an Frauenmorden

Gewaltschutzpaket der Regierung muss in aller Konsequenz umgesetzt werden – aber Sensibilität und Wachsamkeit ist auch Aufgabe der Gesellschaft

„Der erste Femizid des neuen Jahres macht uns fassungslos. Fassungslos wie all die Frauenmorde zuvor. So kann und darf es nicht weitergehen. Die strafrechtliche Aufarbeitung nach der Bluttat in Weißenkirchen ist im Gange und der mutmaßliche Täter in U-Haft. Aber wir müssen rigide verhindern, dass diese schockierende Serie an Frauenmorden weitergeht. Sanktion ist selbstverständlich. Aber ebenso selbstverständlich muss die Prävention sein. Das umfassende Gewaltschutzpaket der Regierung beinhaltet viele wichtige neue Maßnahmen. Erstens muss dieses Paket jetzt in aller Konsequenz umgesetzt werden. Zweitens liegt es an uns allen nicht wegzusehen und nicht die Augen vor sich anbahnenden Katastrophen zu verschließen“, appelliert die Grüne Frauensprecherin LAbg. Dagmar Engl nach dem kaltblütigen Frauenmord in Weißenkirchen im Attergau.

Diese Bluttat ist die traurige Fortsetzung einer schockierenden Entwicklung. 28 Frauenmorde waren es im Vorjahr, 24 im Jahr 2020 und schon 2014 bis 2018 hatte sich die Zahl der Femizide verdoppelt. Dies zeugt von einer Brutalität, der Frauen schon viel zu lange ausgesetzt sind, auch in Oberösterreich. Mehr als 2.000 Betretungs- und Annäherungsverbote wurden im Jahr 2020 in Oberösterreich ausgesprochen.

Das seit Jahrzehnten umfassendste Gewaltschutzpaket der Bundesregierung reagiert richtig auf diese Entwicklung. Es intensiviert die unverzichtbare Vernetzung von Polizei Justiz, Opferschutzeinrichtungen und Wissenschaft. „Aber dieses Paket muss rasch wirken, die Prävention konsequentest verfolgt und umgesetzt werden. Es geht nicht nur darum diese Bluttaten einzudämmen, sondern jede einzelne zu verhindern“, betont Engl und nimmt auch die Gesellschaft in die Pflicht. „Alle haben in ihrem Bereich ihren Beitrag zu leisten. Das gilt auch für jeden Einzelnen. Gewalt gegen Frauen darf niemals relativiert und verharmlost werden, niemand darf wegsehen, schweigen oder gar zulassen. Hier sind die Sensibilität und Wachsamkeit von uns allen gefordert“, betont Engl.

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