Westring-Kostenfiasko: Milliarden-Marke pulverisiert
Bei diesem aus Zeit und Kosten gefallen Projekts muss den Landesverantwortlichen jetzt klar sein: Nie wieder dürfen derart exorbitante Summen in ein solches Autobahn-Desaster gesteckt werden – Klimafeindlichen Steinzeit-Verkehrsprojekten muss jetzt ein Riegel vorgeschoben werden
„Die Schallmauer ist durchbrochen, die Milliarden-Marke pulverisiert. Rund 1,2 Milliarden Euro wird der Westring laut Medien bis zu seiner Fertigstellung kosten. 250.000 Euro kostet ein Meter dieses 4,7 Kilometer langen Albtraums eines Verkehrsprojekts. Alles Stand jetzt mit völlig ungewisser Entwicklung. Der Westring ist schlicht ein Asphalt-Beton-Fass ohne Boden, in das hemmungslos Unsummen an Steuergeld geschüttet wird. Geld, das wir dringendst für die nachhaltige Öffi-Projekt und damit die Verkehrswende brauchen würden und das dort definitiv besser aufgehoben gewesen wäre. So kann es nicht weitergehen. Die verantwortliche Politik, allen voran die schwarz-blaue Koalition, muss jetzt dafür sorgen, dass nie wieder derart exorbitante Summen in ein Autobahn-Abenteuer gesteckt werden. Mit der Ostumfahrung sehnt sich manch Landespolitiker das nächste Fass ohne Boden herbei. Diese Zeiten sind aber hiermit vorbei“, reagiert der Grüne Klubobmann LAbg. Severin Mayr auf die Explosion der Westring-Kosten.
Gänzlich überraschen darf die Kostenexplosion niemanden. Dass die Kosten kontinuierlich aus dem Ruder laufen, war in Echtzeit beobachtbar. Lagen die Kosten 2001 bei 215 Millionen Euro waren es 2019 bereits 740 Millionen. Bereits im Zuge einer schriftlichen Anfrage an LR Steinkellner zur den Kosten der aktuellen Autobahnprojekte haben die Grünen letztes Jahr gemutmaßt, wann die Milliarden-Grenze überschritten werde. „Jetzt ist es so weit und zwar früher und deutlicher als im schlimmsten Szenario angenommen. An irgendeiner Stelle dieses aus Zeit und Kosten gefallen Projekts müssen die Landesverantwortlichen aufhören, jede Preissteigerung achselzuckend zur Kenntnis zu nehmen. Sie wollten diese Autobahn durch die Stadt, sie haben fahrlässiger Weise eine Kostenbeteiligung ohne Deckel beschlossen und sie haben den Westring mit aller Kraft gegen alle Widerstände vorangetrieben. Damit muss jetzt Schluss sein: Wer sich jetzt nicht zu einer neuen, klimafreundlichen Verkehrspolitik bekennt, handelt umwelt- und finanzpolitisch vorsätzlich zukunftsfeindlich und ignoriert den Willen der Bevölkerung“, betont Mayr und der einen vielsagenden Vergleich anstellt: „Mit den Kosten des Westrings hätte man nicht nur allen Bewohner:innen des Bezirks Rohrbach ein kostenloses Klimaticket für ihr gesamtes Erwerbsleben zur Verfügung stellen, sondern auch die Attraktivierung der Mühlkreisbahn ausfinanzieren können.“