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11.07.2008 10:59
OÖ. Preisradar ab sofort auf www.land-oberoesterreich.gv.at online
Mehr Transparenz und Kontrolle für die Entwicklung der Lebensmittelpreise in Oberösterreich schaffen - Frühwarnsystem für Preissteigerungen
Anschober: "In den letzten Monaten 2007 und den ersten Monaten 2008 sind die Lebensmittelpreise teilweise extrem gestiegen - vor allem die der Grundnahrungsmittel - Teigwaren, Pflanzenöle, Brot, verschiedene Käse- und Buttersorten hatten die größten Steigerungen. Das Land Oberösterreich besitzt keine Preisregelungskompetenz, aber wir können durch Kontrolle und Transparenz und eine enge Zusammenarbeit mit Arbeiterkammer und Bundeswettbewerbsbehörde Druck für faire Preise machen.
Dafür haben wir in den letzten Monaten eine Fülle von Initiativen gestartet - unter anderem wurde als eine von vielen Maßnahmen seit Mitte Mai das erste oberösterreichische Preisradar gestartet. Bei diesem erheben wir wöchentlich in 9 Supermarktketten die Preise für 10 verschiedene Produkte des täglichen Bedarfs und beobachten somit Preisänderungen sehr genau und können sehr rasch auf unerklärliche Preissprünge reagieren. Dies würden sofort der Bundes-Wettbewerbsbehörde gemeldet. Heute stellen wir die Ergebnisse, die den Verlauf der Preisentwicklungen für ein jeweiligen Produkt aufzeigen sollen, erstmals auf der Homepage des Landes unter www.land-oberoesterreich.gv.at online. Dieses Controlling wird nun laufend fortgesetzt, da wir nur so zu langfristig verwertbaren Ergebnissen kommen können. Jeden Freitag werden die Daten solange aktualisiert, bis eine spürbare und nachhaltige Stabilisierung der Preisentwicklung eingetreten ist."
Zum Verständnis des Preisradars: es geht nicht um den Vergleich von Produkten zwischen den Supermarktketten (diese sind wegen unterschiedlichen Marken und unterschiedlichen Qualitäten nicht seriös vergelichbar), da unterschiedliche Produkte und Marken erhoben werden, sondern um die Preisentwicklung des jeweiligen Produktes im jeweiligen Supermarkt. Damit kann kontrolliert werden, wie sich die Preise der jeweiligen Produkte entwickeln und ob es kurzfristige Preissprünge gibt. Das Preisradar ist damit ein Kontroll- und Frühwarnsystem. Sobald es zu Preissprüngen kommt, kann in Zusammenarbeit mit der Bundes-Wettbewerbsbehörde sofort kontrolliert werden und Druck ausgeübt werden.
"Die ersten Ergebnisse nach 8 Wochen Erhebung zeigen seit Mitte Mai eine relativ hohe Preisstabilität bei den Preisen in den Supermarktketten - doch sehen sie selbst. Unbestritten ist mittlerweile, dass ein Gutteil der Preisentwicklung international bedingt ist - vor allem durch die Preisexplosion bei Öl, die sich enorm auf Energiekosten, Transportkosten, Düngemittelpreise auswirkt. Dem können wir nur mittelfristig durch einen schrittweisen Ausstieg aus der Abhängigkeit von Öl und Lenkungsmaßnahmen entgehen. Aber der hausgemachte Anteil muss dort vermieden werden, wo er unbegründet ist. Deshalb ist es wichtig, wenn kontrolliert wird und die Preisentwicklungen transparent dargestellt werden und rasch eingegriffen werden kann, wenn unerklärliche Preissprünge festgestellt werden. Dass wir neben den Produkten des Preisradars auch andere genauer unter die Lupe nehmen, möchte ich nur der Vollständigkeit halber noch erwähnen", so Anschober abschließend.
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