Integration ist mehr als eine PR-Zahl
Mit ihrer aktuellen Presseaussendung lobt sich die FPÖ in Wels selbst für eine angeblich erfolgreiche Integrationspolitik. Rund 4900 Personen seien 2025 „erreicht“ worden. Gleichzeitig erklärt dieselbe FPÖ seit Jahren öffentlich, Integration funktioniere nicht. Dieser Widerspruch ist nicht erklärbar.
Die genannte Zahl sei zudem irreführend. „Hier werden Kurse, Beratungen, Feste und Veranstaltungen zusammengerechnet, ohne offenzulegen, wie viele unterschiedliche Menschen tatsächlich gemeint sind. Das ist keine Integrationsbilanz, sondern eine PR-Statistik“, so Schatzmann.
Begegnungsveranstaltungen wie Maibaumaufstellen, Adventmärkte oder das Fest der Kulturen seien grundsätzlich positiv, würden aber überschätzt. „Diese Feste sind wichtig für das Miteinander, tragen aber kaum zur nachhaltigen Integration bei. Integration findet im Alltag statt – in Schulen, am Arbeitsmarkt und beim Wohnen, nicht bei einzelnen Events.“
Auch Deutschkurse allein seien keine ausreichende Integrationspolitik. „Sprache ist die Grundlage, aber ohne Kinderbetreuung, berufliche Perspektiven und Anerkennung von Abschlüssen bleibt Integration Stückwerk“, betont Schatzmann.
Kritisch sieht er zudem, dass sich die Stadt stark auf Maßnahmen des ÖIF stütz. „Bundesprogramme sind wichtig, ersetzen aber keine eigene kommunale Strategie. Wer Integration ernst meint, muss sei aktiv gestalten – nicht nur verwalten.“